Merkel in Tiflis - Russland verzögert Truppenabzug
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Bundeskanzlerin Merkel traf in Tiflis ein. Mit Präsident Saakaschwili will sie über die Umsetzung der Waffenruhe sprechen. Anzeichen für einen kompletten russischen Truppenabzug gibt es bisher nicht.
Obwohl der russische Präsident Dmitri Medwedew den von der Europäischen Union vermittelten Sechs-Punkte-Plan am Samstag (16.08.2008) unterzeichnet hatte, gibt es bislang wenig Anzeichen, dass sich die russischen Soldaten wie vorgesehen auf ihre Stellungen vor Ausbruch des Konflikts zurückziehen.
Der Oberkommandierende der Truppen vor Ort, General Wiatchislaw Borisow, sagte am Sonntag (17.08.2008) zwar, man habe den Rückzugsbefehl aus Moskau erhalten. Vom dortigen Verteidigungsministerium verlautete dagegen, die Frage des Rückzugs werde noch überprüft. Wenn die Situation stabil genug sei, werde eine entsprechende Entscheidung getroffen, so ein Ministeriumssprecher.
Russische Truppen besetzten am Sonntag nach eigenen Angaben das wichtigste Wasserkraftwerk Georgiens am Inguri-Fluss. Dies geschehe, um die Stromversorgung in zehntausenden georgischen und abchasischen Haushalten sicherzustellen, so Vize-Generalstabschef Anatoli Nogowizyn. Staudamm und Kraftwerk müssten gegen Sabotageakte geschützt werden.
Der georgische Sicherheitsrat gab an, die russische Truppen gruppierten sich nur um. In der Stadt Gori gebe es weniger Soldaten, dafür seien nun Truppen in den Städten Akhalgori (in Südossetien) und Khachuri.
Hilfslieferungen kommen schleppend
Gori, das mehrere Tage von russischen Truppen belagert worden war, soll inzwischen offen sein für Hilfslieferungen. Alle Straßen seien frei, so der russische General Borisow. Das Welternährungsprogramm, das am Wochenende seine Hilfstransporte startete, beklagte die “verzweifelte Lage”, in der sich die Bewohner Goris befänden. In den ersten Tagen des Krieges konnte die UN-Organisation wegen mangelnder Sicherheit keine Hilfsgüter schicken.
Insgesamt versorgte das Welternährungsprogramm in den vergangenen Tagen 34.000 Menschen in verschiedenen Städten mit einer hohen Anzahl von Flüchtlingen. Bäckereien und Suppenküchen wurden mit Mehl und Grundnahrungsmitteln beliefert.
Merkel in Tiflis
Nach ihrem Treffen mit Medwedew am Freitag traf Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntagmittag in Tiflis ein. Sie will dort mit dem georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili sprechen. Vorab hatte sie mit Blick auf die abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien betont, Georgiens territoriale Integrität müsse gewahrt bleiben. Saakaschwili sei ein demokratisch gewählter Präsident.
Saakaschwili selbst sagte dem “Spiegel”, er gehe davon aus, dass Russland seine Absetzung wolle. Die Führung in Moskau habe sowohl dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy wie auch US-Außenministerin Condoleezza Rice deutlich gemacht, dass es keine Lösung des Kaukasus-Konflikts gibt, wenn ich nicht zurücktrete, so der georgische Präsident.Abonnieren=>![]()
Quelle: DW Weitere aktuelle Nachrichten
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