US-Wahlkampf: Obamas Ölschwenk
![]() Ölplattform: Barack Obama kann sich nun doch Ölbohrungen vor der Küste seines Landes vorstellen. Foto: Reuters |
Eigentlich waren die US-Demokraten strikt gegen Ölbohrungen vor den Küsten der USA. Kandidat Obama vollzieht nun die Kehrtwende - und beugt sich damit dem Willen der Wähler, die unter den hohen Spritpreisen stöhnen.
Die hohen Energie- und Spritpreise sind im amerikanischen Wahlkampf inzwischen das Thema Nummer eins - trotz Irak-Krieg und Immobilienkrise. Mehr als zwei Drittel aller Amerikaner sprechen sich inzwischen dafür aus, die Ölreserven vor den Küsten der USA zu erschließen. Umweltbedenken stehen angesichts der hohen Kosten hintenan.
Barack Obama, demokratischer Bewerber um das Präsidentschaftsamt, hatte sich bisher in all seinen Reden dagegen ausgesprochen: Die Offshore-Bohrungen, so die Demokraten, würden die Verbraucher frühestens in fünf Jahren entlasten.
Nun vollzog Obama eine spektakuläre Kehrtwende und kann sich nun doch Ölbohrungen vor der Küste seines Landes vorstellen. Unter bestimmten Bedingungen könnte dies sinnvoll sein, sagte er der Tageszeitung Palm Beach Post und gab damit seine bisherige strikte Ablehnung der Ölförderung in Küstengewässern auf.
Wenn es um “wohldurchdachte, vorsichtige Bohrungen” gehe und “schwere Umweltschäden” vermieden würden, “dann will ich nicht strikt sagen, dass wir nichts tun können”. Insgesamt sei er für eine “übergreifende Energiepolitik, die die Benzinpreise drücken kann”.
“Notrabatt” für alle Verbraucher
Auch sein republikanischer Widersacher John McCain sieht in Förderanlagen vor der Küste eine Möglichkeit, die steigenden Energiepreise zu bekämpfen. Seine Republikaner berufen sich auf Experten, die unter dem Meeresboden des äußeren Kontinentalschelfs mehrere Milliarden Barrel Öl vermuten.
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Darüber hinaus macht sich Demokrat Obama für einen “Notrabatt” in Höhe von 1000 Dollar für jeden Verbraucher stark. Finanzieren will er dies durch eine Gewinnsteuer für die Ölindustrie. “Dieser Rabatt wird ausreichen, um die gestiegenen Benzinkosten einer Arbeiterfamilie in den nächsten vier Monaten auszugleichen”, sagte er am Freitag bei einem Wahlkampfauftritt in Florida.
Obama hat bislang die Ansicht vertreten, ein derartiger Rabatt sollte Teil eines größeren Pakets mit Steuererleichterungen sein. Jetzt erklärte er, die schwache Konjunkturlage erfordere es, die Maßnahme unverzüglich in Kraft zu setzen.
Quelle: SZ Weitere aktuelle Nachrichten
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