Warum deutsche Verbraucher von Doha profitieren
Sinkende Einfuhrabgaben würden auch in deutschland bestimmte Lebensmittel billiger machen. Foto: ap |
Freiere Märkte, niedrigere Zölle: Die Konturen einer Doha-Einigung sind in Sicht: Geht im letzten Moment nicht doch noch alles schief, können sich auch die inflationsgeplagten deutschen Verbraucher freuen. Bananen und Thunfisch dürften billiger werden, die Baumwollhemden auch. Und selbst Geschäftsleute profitieren.
cot DÜSSELDORF. Viele hatten fast vergessen, dass es da noch ein Projekt zur weiteren Liberalisierung des Handels mit Gütern und Dienstleistungen gibt. Man wähnte die Doha-Runde am Ende, weil der Endspurt schon zweimal misslungen ist. Eine am Wochenende in Genf erreichte Grundsatzeinigung über die Öffnung der Märkte für Agrar- und Industriegüter weckt nun Hoffnungen. Führende Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO) wollen Zölle und Subventionen zum Schutz der heimischen Landwirtschaft und der verarbeitenden Wirtschaft abbauen.
“Eine historische Einigung bei der WTO ist zum Greifen nah”, sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner, zu Handelsblatt.com. “Mit der Grundsatzeinigung ist ein Kompromiss erarbeitet worden, der den Interessen von Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern gleichermaßen gerecht wird. In Zeiten einer nachlassenden Weltkonjunktur wäre eine multilaterale Marktöffnung ein wichtiger Impuls, von dem wir alle profitieren würden - Handel und Industrie ebenso wie der Verbraucher. Der Erfolg darf nun nicht in letzter Sekunde verspielt werden.”
Die Bundesrepublik profitiert als Exportweltmeister von einer Liberalisierung des Welthandels besonders stark. Eine weitere Senkung der Einfuhrbarrieren auf fremden Märkten würde Siemens, Bosch & Co neue Absatzmärkte erschließen. Große Schwellenländer wie Brasilien, Indien und China müssten ihre Einfuhrabgaben drastisch senken, bei Autos zum Beispiel liegen die Importzölle teilweise bei über 100 Prozent. Zudem könnten die Schwellenländer künftig nicht ganze Produktgruppen wie KFZ von Zollsenkungen ausschließen.
Sinkende Preise auch bei Nahrungsmitteln
Doch nicht nur Deutschlands Exporteure wären Nutznießer einer WTO-Einigung. Sinkende Einfuhrabgaben würden hierzulande importierte Autos, Krustentiere und selbst Wanderschuhe preiswerter machen. Wenn die Händler ihre Margen nicht erhöhen, dürften viele Industrieprodukte aber auch Nahrungsmittel billiger werden. Denn ndem multilaterale Handelsverträge den freien Austausch von Gütern und Diensten erleichtern, fördern sie die Konkurrenz. Davon profitieren die Verbraucher über ein besseres Angebot zu tendenziell sinkenden Preisen. Den Anbietern eröffnet der Marktzugang neue Wachstumsmöglichkeiten.
Nach der jetzt erreichten Grundsatzeinigung sollen 86 Prozent aller Zollschranken, die bisher für den Import von Industriegütern gelten, auf eine Höhe von maximal 25 Prozent begrenzt werden. Die vorläufigen Vereinbarungen zielen weiter darauf ab, dass die Europäer ihre Agrarsubventionen um 80 Prozent kürzen, die USA um 70 Prozent.
Deutsche Verbraucher dürfen damit hoffen, dass alle Produkte, die aus Ländern außerhalb der EU importiert werden, billiger werden. Die “Süddeutsche Zeitung” rechnete vor, dass sich damit zum Beispiel ein Paar Wanderschuhe, das bisher verzollt 117 Euro kostet, um 12 Euro verbilligt. Um ähnliche Beträge könnten die Preise für Textilien oder aus Asien eingeführte Unterhaltungselektronik wie Videorekorder oder Kameras sinken, hieß es.
Neue Welthandelregelungen könnten zudem den Anstieg bei den Lebensmittelpreisen bremsen. Für Krustentiere, Thunfisch, Sardinen, Kabeljau, Lachs, Heilbutt oder Schollen sollen künftig zwei Drittel weniger Abgaben bei Grenzübertritt gezahlt werden als heute. Zudem zeichnete sich in den Verhandlungen ein Kompromiss beim Handel mit Bananen ab, der bislang als großes Hindernis auf dem Weg zu einem erfolgreichen Abschluss der gesamten Doha-Welthandelsrunde galt. Auch hier würde der Verbraucher am Ende weniger zahlen.
Mehr Visa für Geschäftsleute
Aktuelle Nachrichten bei:
Gerade in den jetzigen ökonomischen Turbulenzen wäre ein Erfolg der Doha-Runde ein Lichtblick und ein willkommener Wachstumsimpuls. Und auch für für Geschäftsleute hätte ine Doha-Einigung Vorteile. So haben die USA angeboten, künftig mehr Visa für ausländische Geschäftsleute auszustellen, falls die WTO-Mitglieder die Grundsatzeinigung annehmen. Doch das passiert erst, wenn alle 153 Länder der Welthandelsorganisation WTO in dieser Woche die Einigung über die Doha-Entwicklungsrunde tatsächlich beschließen.“
Quelle: HB Weitere aktuelle Nachrichten
English



Hollywood heavyweights Robert De Niro and Al Pacino reunited on the red carpet in New York Wednesday night for the premiere of their new crime thriller “Righteous Kill” — their first film together since making 1995’s “Heat.”
The movie also stars
The Pakistani Army has been given orders to retaliate against any unilateral strike by the Afghanistan-based US troops inside the country.
Army Spokesman Maj Gen Athar Abbas confirmed the orders in a brief interview with Geo News on late Thursday night.
The
Russian President Dmitry Medvedev says he will not accept military action or new sanctions against Iran over its nuclear activities.
“We should not take any unilateral steps. It is not acceptable to opt for a military scenario. It would be dangerous,”
As the world marks the seventh anniversary of 9/11, some European experts say security improvements in the US have been undercut by fairly basic mistakes. Among the remedies is more trust in America’s laws and allies.
Seven years after the attacks
David Miliband has allegedly come in for a rather undiplomatic tongue-lashing from his Russian counterpart.
The Foreign Secretary was apparently given a furious dressing down by Sergei Lavrov over the telephone.
Mr Miliband’s criticism of Russia’s recent incursion into Georgia is believed
PIETERMARITZBURG, South Africa - A South African judge ruled Friday that prosecutors were wrong to charge ANC President Jacob Zuma with corruption, effectively clearing way for the 66-year-old former freedom fighter to become the country’s next president.
Judge Chris Nicholson’s ruling
Thailand’s political turmoil deepened Friday when the ruling coalition failed to turn up to parliament to reelect leader Samak Sundaravej as prime minister.
Lawmakers from the six-party coalition did not attend an emergency session of parliament called to choose a prime minister, three days after a court stripped Samak of power for accepting payments for hosting