Neue Suchmaschine: “Cooler” Angriff auf Google


Cuil gibt sich nicht bescheiden - "Willkommen zur weltgrößten Suchmaschine"
Cuil gibt sich nicht bescheiden - “Willkommen zur weltgrößten Suchmaschine”

Wer suchet, der googelt - das soll sich bald ändern: Mit einem Konkurrenzprodukt wollen ehemalige Google-Mitarbeiter den Internetkonzern angreifen. Ihre Suchmaschine namens Cuil durchsucht angeblich dreimal so viele Homepages wie Google.

“Welcome to Cuil - the world’s biggest search engine”: Die neue Suchmaschine www.cuil.com gibt sich auf ihrer Homepage alles andere als bescheiden. Das Internet sei in den vergangenen 15 Jahren exponential gewachsen - nur die Suchmaschinen hätten sich kaum verändert, heißt es da. Doch neue Zeiten brechen an, schwören die Cuil-Gründer: Ihre neue Suchmaschine soll dreimal so viele Homepages wie Google aufspüren und zehnmal so viele wie Microsoft.

Das Wort Cuil kommt aus dem Irischen und steht für Wissen - es wird den Betreibern zufolge wie das englische “cool” ausgesprochen.
Zu den Gründern zählen der Ire Tom Costello, der für IBM einen Prototypen des Suchwerkzeugs Web Fountain erstellte, und seine Frau Anna Patterson, Architektin von Googles Suchindex TeraGoogle. Zu den beiden gesellten sich mit Russell Power und Louis Monier zwei weitere ehemalige Google-Mitarbeiter. Monier sammelte zuvor bereits Erfahrungen beim Online-Auktionshaus Ebay und der Suchmaschine Altavista. Cuil hat bislang 33 Mio. $ von Risikokapitalgebern eingesammelt und Patterson zufolge davon erst 5 Mio. $ ausgegeben.

Bislang dominiert Google den Suchmaschinenmarkt. In den USA kommt der Internetkonzern nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Comscore auf einen Marktanteil von rund 60 Prozent. Wettbewerber haben es schwer: Eine Allianz zwischen seinen abgeschlagenen Konkurrenten Microsoft und der zweitgrößten US-Suchmaschine Yahoo war im Juni geplatzt, nachdem der Internetkonzern die Offerte des weltgrößten Softwareherstellers über 47 Mrd. $ zurückgewiesen hatte. Anfang Juli kaufte Microsoft das Startup Powerset aus San Francisco, das sich auf die semantische Suche - ganze Sätze statt Schlagwörter - konzentriert. Den gleichen Ansatz verfolgt die bereits 1996 gegründete Suchmaschine www.ask.com, die sich allerdings nie gegen Google oder Yahoo durchsetzen konnte.
Cuil geht nach eigenen Angaben über Googles Suchmethoden hinaus: Die neue Suchmaschine kann angeblich die inhaltliche Relevanz gefundener Sites besser einschätzen als Google. Der Internetkonzern wird oft dafür kritisiert, gut verlinkte und häufig besuchte Homepages wie etwa Wikipedia sehr hoch zu gewichten. Eine entsprechende Relevanz lässt sich nach Auffassung vieler User daraus jedoch nicht immer ableiten.
Der Name George W. Bush ist unbekannt

Cuil bietet für jeden Suchbegriff prominent platzierte Kategorien an. Wer nach Web 2.0 sucht, erhält als weitere Schlagworte unter anderem “Dot-com People”, “Semantic Web” und “Buzzwords”. Doch ausgereift ist das Angebot noch lange nicht: Obwohl die Suchmaschine angeblich 120 Milliarden Homepages durchkämmt, findet sie den amtierenden US-Präsidenten George W. Bush nicht über seinen Namen. Wie Cuil Google überlegen sein will, verraten die Gründer nicht - das Geschäftsmodell von Suchmaschinenkonzernen basiert auf ihren Algorithmen, die dementsprechend ihr bestgehütetstes Geheimnis sind.

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Experten sind jedoch skeptisch: “Sich mit Google zu messen, ist noch immer eine entmutigende Aufgabe”, sagt Analyst Danny Sullivan von Search Engine Land. Allerdings sei die Zeit vermutlich reif für einen Herausforderer des unangefochtenen Marktführers. Bislang konzentriert sich Cuil auf Amerikanisches Englisch und will bis zum Jahresende Suchanfragen der größten europäischen Sprachen meistern. Finanzieren will sich die Site über Werbeanzeigen neben Suchergebnissen. Cuil verspricht zudem seinen Usern, keinerlei Angaben zu speichern.

Quelle: FTD Weitere aktuelle Nachrichten

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