Zahl der Einbürgerungen sinkt auf Tiefstand


Neue Zahlen des Statistischen Bundesamts: Immer weniger Ausländer werden eingebürgert
Neue Zahlen des Statistischen Bundesamts: Immer weniger Ausländer werden eingebürgert

Ist Deutschland ein Einwanderungsland? Immer weniger. Das aktuelle Tief bestätigt dabei nur einen langjährigen Trend. Bei bestimmten Herkunftsländen ist es allerdings zu einem massiven Anstieg der Einbürgerungen gekommen.
Insgesamt wurden 113.000 Ausländer und damit 9,5 Prozent weniger eingebürgert als im Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Gut zwei Drittel erwarben die deutsche Staatsbürgerschaft, nachdem sie sich mindestens acht Jahre rechtmäßig im Land aufgehalten hatten.

Seit 2000 hat die Zahl der Einbürgerungen abgenommen.

Der damalige Höchststand betrug knapp 186.700 Personen. In den Folgejahren ging ihre Zahl kontinuierlich zurück, lediglich unterbrochen von einer Zunahme um 6,5 Prozent im Jahr 2006. Zu den Gründen für das erneute Sinken der Zahl der Einbürgerungen gab es keine Angaben. Ein Sprecher des Amtes wies aber darauf hin, dass ein Großteil der in Deutschland lebenden Ausländer EU-Bürger seien und damit durch die kostenpflichtige Einbürgerung kaum Vorteile hätten.

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Die größte Gruppe der Eingebürgerten waren erneut Türken mit einem Anteil von einem guten Viertel. Der Anteil an allen Einbürgerungen entsprach demnach mit 25,5 Prozent in etwa dem Anteil der türkischen Staatsangehörigen an allen in Deutschland lebenden Ausländern.
An zweiter und dritter Stelle folgen Einbürgerungen von Personen aus Serbien, Montenegro sowie dem ehemaligen Serbien und Montenegro (rund 10.500) und aus Polen (knapp 5500). Eine massive Zunahme gab es bei der Einbürgerung von Menschen aus Rumänien: Mit 3500 Personen wurden im Vergleich zum Vorjahr 154 Prozent mehr deutsche Staatsbürger. Eine starke Zunahme ist auch bei den Einbürgerungen aus dem Irak (plus 11,1 Prozent) zu verzeichnen.

Die Einbürgerungen aufgrund von Wiedergutmachung sanken um gut 40 Prozent auf knapp 3100. Dies betrifft vor allem Fälle in denen Menschen - vor allem Juden - in der Zeit des Nationalsozialismus zwangsausgebürgert wurden. Sie und ihre Nachkommen haben nach Angaben der Behörde ein Recht auf eine vereinfachte Einbürgerung.

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Quelle: FTD Weitere aktuelle Nachrichten

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