EM: Deutschland - Spanien: Torres schießt Spanien zum Titel

Deutschland beim 0:1 im Finale ohne Chance
Aus der Traum: Deutschland hat das EM-Finale gegen Spanien mit 0:1 (0:1) verloren. Die Iberer bestätigten im Endspiel von Wien eindrucksvoll ihre starke Turnierleistung und sind zum zweiten Mal nach 1964 Europameister.
Fernando Torres erzielte in der 33. Minute das Tor zum 1:0-Erfolg, der auch deutlich höher hätte ausfallen können. Die deutsche Mannschaft, die doch vom angeschlagenen Kapitän Michael Ballack angeführt wurde, fand gegen die spanische Spielkunst nie ein Rezept.
Wie ein Schreckschuss
Wie ist das spanische Mittelfeld zu stoppen? Diese Frage hatten sich während des Turniers schon einige Mannschaften gestellt. Ohne dass sie eine Antwort gefunden hätten. Das deutsche Team fand eine - zumindest in den ersten 15 Minuten. Mit großer Laufbereitschaft störten Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger die Iberer schon in deren Hälfte, kamen zu Ballgewinnen und auch zu einigen gefährlichen Aktionen. Es schien, als würden die typischen deutschen Tugenden pünktlich zum Finale wieder zum Erfolg führen.
Dass Ausnahmekönner wie Xavi, Fabregas und Co. aber doch nicht komplett auszuschalten sind, zeigte sich dann in der 14. Minute. Iniestas Zuckerpass fand Xavi, dessen Hereingabe von Christoph Metzelder beinahe ins eigene Tor gelenkt wurde. Starke Parade von Jens Lehmann. Die Aktion wirkte wie ein Schreckschuss für die deutschen Bemühungen, denn in der Folge spielten fast nur noch die Spanier.
Torres nicht zu halten
Auch begünstigt durch zum Teil schlimme Ballverluste, spielte die Elf von Trainer Luis Aragones immer wieder gefährlich in der Spitze. Nach 23 Minuten stockte den deutschen Fans der Atem, als Fernando Torres per Kopf am Pfosten scheiterte. Torres, ohne den verletzten Partner David Villa als einzige Spitze unterwegs, fühlte sich mit mehr Platz sichtlich wohl. Ein ums andere Mal überlief er die deutschen Verteidiger. So auch in der 33. Minute. Philipp Lahm und Lehmann waren sich einen Moment uneinig, Torres schoss überlegt ins lange Eck. 1:0 für Spanien. Das hatte sich abgezeichnet.
Den deutschen Fans blieb die Hoffnung auf Besserung nach der Pause. Doch zunächst mussten sie mit ansehen, wie Lahm wegen einer Risswunde am Fuß in der Kabine blieb. Für ihn kam Marcel Jansen. Am Spiel änderte sich wenig. Xavi (53.), David Silva (54.) und Torres (55.) hatten Chancen im Minutentakt. Mit einer Führung im Rücken zu kontern, war ganz nach dem Geschmack der Spanier.
Kurze Drangphase
Löw musste reagieren und brachte mit Kevin Kuranyi für Thomas Hitzlsperger einen weiteren Stürmer. Und es wurde besser. Nach einer Stunde hatte Ballack, bedient von Schweinsteiger, die bis dahin beste deutsche Chance. Knapp am Tor von Iker Casillas vorbei. Auf einmal war die deutsche Elf für einige Minuten wach. Es wurde früher gestört, Bälle wurden im Mittelfeld erobert - nur im Abschluss fehlte weiter die Präzision, um das Tor von Casillas ernsthaft in Gefahr zu bringen.
Viel gefährlicher wurde es weiterhin vor dem Kasten von Lehmann. Jansen hob in der 67. Minute nach einem Freistoß das Abseits auf. Sergio Ramos’ Kopfball kann Lehmann mit starkem Reflex parieren. Innerhalb der nächsten Minute klärte dann erst Torsten Frings einen Iniesta-Schuss auf der Linie, dann ist wieder Lehmann gegen den Mann vom FC Barcelona zur Stelle.
Vorentscheidung verpasst
Die Spanier drängten jetzt auf die Entscheidung. Nicht nur neutrale Zuschauer schnalzten mit der Zunge, als eine Kombination über mehrere Stationen bei Marcos Senna landete. Aber der defensive Mittelfeldmann verpasste knapp (81.). Sollte doch noch etwas gehen, weil die Spanier das zweite Tor verpassten? Nein! Nach drei Minuten Nachspielzeit pfiff Roberto Rosetti ab. Quelle: Heute.de Weitere aktuelle Nachrichten
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