Fußball-EURO Halbfinale: Spanien steht im EM-Endspiel
Jubel bei den Spaniern: Sie stehen im Finale! |
Russland chancenlos beim klaren 0:3 in Wien
Spanien ist der deutsche Gegner im Endspiel der Fußball-Europameisterschaft am Sonntag in Wien (20.45 Uhr/ARD). Die Iberer setzten sich im Halbfinale gegen Russland hochverdient mit 3:0 (0:0) durch.
Die Treffer zum unangefochtenen Sieg erzielten Xavi Hernandez (50.), Daniel Güiza und David Silva (82.). Spanien steht damit nach 1964 (gegen die UdSSR) und 1984 (0:2 gegen Frankreich) zum dritten Mal in einem EM-Finale. Nach dieser zumindest in der zweiten Halbzeit souveränen Vorstellung dürften die Spanier voller Selbstvertrauen ins Endspiel gehen.
Nervöser Beginn
Spaniens Trainer Luis Aragones hatte derselben Startelf vertraut wie beim Viertelfinalerfolg gegen Italien. Auf russischer Seite musste Guus Hiddink eine Änderung vornehmen, für den gelbgesperrten Kolodin rückte Beresuzkij in die Innenverteidigung.
Bei strömendem Regen im Wiener Ernst-Happel-Stadien begannen beide Teams nervös. Spanien war die ein wenig zielstrebigere von zwei vor allem auf Absicherung bedachten Mannschaften und fand etwas rascher ins Spiel. Fernando Torres und David Villa hatte die ersten beiden Gelegenheiten (6. und 11. Minute), doch ihre Schüsse meisterte Igor Akinfejew ohne Probleme.
Arschawin nicht zu sehen
Von Andre Arschawin war im ersten Durchgang so gut wie nichts zu sehen. Auf Seiten der Russen war es Roman Pawljutschenko, der die besten Gelegenheiten hatte - die dickste in der 35. Minute, als er nach einem weiten Pass aus fünf Metern vorbei zielte.
Wenige Sekunden zuvor hatten die Spanier einen harten Schlag verkraften müssen: Villa, der beim 4:1-Vorrundensieg gegen Russland drei Treffer erzielt hatte, musste verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Cesc Fabregas in die Partie. Was zunächst als Schwächung der Iberer erschien, sollte sich später als Glücksfall erweisen. Mit einem torlosen Remis ging es in die Halbzeit.
Zweite Halbzeit attraktiver
Der Auftakt von Durchgang zwei entschädigte für den uninspirierten Kick vor dem Seitenwechsel: Den bis dahin besten Angriff der Spanier verwertete Xavi Hernandez zum 1:0 (50.), als er nach einer scharfen Flanke von Andres Iniesta den Ball artistisch in die Maschen beförderte. Zwei Minuten später stand Torres nach schöner Ballstafette frei an der linken Strafraumkante, sein Schuss ging über das Tor.
Jetzt waren die Russen gefordert. Hiddink brachte mit Dinijar Biljaletdinow und Dmitri Sytschew frische Kräfte. Doch die Spanier blieben am Drücker. Es wirkte ein wenig so, als hätten die Russen bei ihrem famosen 3:1-Sieg gegen die Niederlande im Viertelfinale den größten Teil ihres Pulvers verschossen. Von der Lauffreudigkeit und den schnellen Kombinationen, die sie dort demonstrierten, war nichts übrig geblieben.
Kein Aufbäumen
Spanien war weiterhin das wesentlich gefährlichere Team. In der 70. Minute musste Akinfejew gegen Fabregas und Xavi gleich zweimal retten. 360 Sekunden später war aber auch der starke russische Schlussmann machtlos: Der kurz zuvor eingewechselte Daniel Güiza markierte nach brillanter Vorlage von Fabregas das 2:0.
Ein wirkliches Aufbäumen der Russen blieb aus, Spanien hatte es vergleichsweise einfach, den Sieg über die Zeit zu bringen. David Silva erhöhte nach einem tollen Konter gar noch auf 3:0 (82.). Wieder kam die Vorlage von Fabregas.
Favorisierte Spanier
Die Ausgangslage vor dem Finale dürfte damit klar sein: Spanien, das bei dieser EM nicht ein einziges schwaches Spiel abgeliefert hat, geht als Favorit ins Finale gegen Deutschland. Die Russen trifft die DFB-Elf übrigens auch bald wieder: Am 11. Oktober 2008 in der WM-Qualifikation.
Infobox :
Russland - Spanien 0:3 (0:0)
Russland: Akinfejew - Anjukow, Beresuzkij, Ignaschewitsch, Schirkow - Semak - Syrjanow, Semschow (56. Biljaletdinow), Saenko (57. Sytschew) - Arschawin - Pawljutschenko.
Spanien: Casillas - Sergio Ramos, Marchena, Puyol, Capdevila - Iniesta, Senna, Xavi Hernandez (69. Xabi Alonso), Silva - Villa (35. Fabregas), Torres (69. Güiza).
Tore: 0:1 Xavi Hernandez (50.), 0:2 Güiza (73.), 0:3 Silva (82.)
Gelbe Karten: Schirkow, Biljaletdinow / - -
Schiedsrichter: Frank de Bleeckere (Belgien)
Zuschauer: 50.000 in Wien
Quelle: Heute.de Weitere aktuelle Nachrichten
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