Trotz Krisengipfel in Dschiddah: Ölpreis steigt weiter
Mehr Ölförderung reicht offenbar nicht: Der Preis ist wieder kräftig angestiegen. (Foto: dpa/dpaweb) |
Der US-Ölpreis ist trotz der Ankündigung wichtiger Öl-Förderstaaten, die Ölproduktion zu erhöhen, deutlich gestiegen. Im frühen Handel kostete ein Barrel US-Leichtöl der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) 136,48 US-Dollar. Das waren 1,12 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Freitag.
Mehrere arabische Golfstaaten hatten am Wochenende bei einem Öl-Krisengipfel in Saudi-Arabien ihre Bereitschaft signalisiert, noch mehr Öl zu fördern als bisher. Gleichwohl hatten die Förderstaaten die Schuld an den derzeit hohen Ölpreisen zurückgewiesen und vor überzogenen Erwartungen gewarnt.
Schon jetzt habe Saudi-Arabien seine Erdölförderung von neun auf 9,7 Millionen Barrel pro Tag ausgeweitet, sagte der saudi-arabische König Abdallah auf dem Treffen. “Und wir erklären uns bereit, auch weiterem Bedarf nachzukommen.” Kuwait versprach ebenfalls, bei Bedarf mehr Öl zu fördern.
Dies stieß auf Kritik anderer Staaten der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC). OPEC-Generalsekretär Chakib Chelil hatte eine Produktionssteigerung vor Eröffnung der Konferenz als unnötig bezeichnet. “Die Märkte sind im Gleichgewicht”, der aktuell hohe Ölpreis sei nicht durch Angebot und Nachfrage zu begründen, sagte Chelil, der auch algerischer Ölminister ist.
Glos: Keine Rezepte gegen hohen Ölpreis
Nach Dschidda erteilte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos Erwartungen auf sinkende Energiepreise einen Dämpfer: Öl und Gas blieben auch in Zukunft “ein knappes Gut”, sagte Glos am Montagmorgen im ARD-”Morgenmagazin”. “Es sind die Märkte, die letztendlich die Preise bewegen”, fügte er hinzu. Zudem steige der Verbrauch vor allem in den großen Schwellenländern weiter an.
Glos räumte ein, dass die deutsche Politik der Entwicklung hilflos gegenüberstehe. Damit sei Deutschland allerdings nicht allein. Selbst die führenden Länder der Völkergemeinschaft, die auf der Konferenz anwesend waren, hätten keine Patentrezepte gegen die steigenden Energiepreise gehabt. Die Ölförderländer erwarteten von den Ölverbraucherländern eine höhere Energieeffizienz.
Obama will gegen Öl-Spekulanten vorgehen
Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama kündigte unterdessen an, mit einer Steuer gegen Spekulationen von Ölfirmen vorzugehen. Die Abgabe solle bei einem Ölpreis ab 80 Dollar pro Barrel fällig werden, hieß es in den vorgestellten Plänen Obamas. Mit den so erzielten Einnahmen will Obama Baumaßnahmen unterstützen, um die Energieeffizienz von Gebäuden zu steigern, und Familien mit geringen Einkommen unter die Arme greifen. Außerdem will der Senator eine umstrittene Gesetzeslücke schließen.
Die sogenannte “Enron loophole” erlaubt Ölgeschäfte im elektronischen Handel ohne behördliche Aufsicht. Kritikern zufolge hat diese Regelung Spekulationen Vorschub geleistet und ist für den drastischen Anstieg des Ölpreises verantwortlich. Quelle: Tagesschau Weitere aktuelle Nachrichten
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